Hannover – Kleines Fest im Großen Garten

Juli 2016

2016 findet das Kleine Fest vom 13. bis 17. Juli, vom 19 bis 24. Juli 2016 und vom 27 bis 31. Juli statt.
Einlass ab 17.15 Uhr, Beginn 18.30 Uhr, Feuerwerk 22.15 Uhr. Für Karten an der Abendkasse sollte man bei schönem Wetter ungefähr zwei Stunden vorher da sein.
Eintritt 30,- pro Person.

Ein Bilderbuchsommersamstag und eine endlos lange Schlange vor dem Großen Garten in Hannover. Werden wir eine Chance haben, zwei der zweihundert Tickets zu bekommen, die die Abendkasse für das Kleine Fest im Großen Garten verkauft? Ich überschlage grob die Anzahl der Leute, die vor mir stehen und muss erkennen, dass ich wohl nicht zu den Glücklichen gehöre. Eigentlich hätte ich mich ja auch schon im Frühjahr um Karten kümmern können, die übrigens innerhalb von wenigen Tagen vergeben sind. Aber wer weiß schon im März, wie das Wetter am 18. Juli sein wird? Weil ich nichts Besseres vorhabe und die Stimmung trotz einer gewissen Anspannung ob der wenigen Restkarten gut ist, bleiben wir trotzdem. Und das Unglaubliche geschieht:  wir gehören zu den letzten zehn Personen, die es noch geschafft haben.

Wiederholungstäter erkennt man daran, dass sie mit Picknickkorb und zumeist sogar mit Bollerwagen anreisen. Zwischen Einlass und dem Beginn des Kleinen Festes  liegt nämlich genügend Zeit, um es sich auf dem Rasen bequem zu machen und mit Wein und leckeren Antipasti, Tapas oder auch einem bodenständigen Kartoffelsalat einen wunderbaren Abend einzuläuten.

Nach und nach  schieben sich dann die ersten Walk Acts durch die Picknickgelage. Langsam ist es also Zeit, Flaschen, Gläser, Schüsseln und Besteck wieder zu verstauen und in den eigentlichen Großen Garten zu gehen.  Überall sind Bühnen aufgebaut, auf denen meist halbstündlich Kleinkunst geboten wird. Völlig unmöglich, alles an diesem Abend zu sehen. Jetzt soll ich mich also entscheiden zwischen 40 Bühnen, 16 Walkacts, 150 Künstlern. Bestimmt ist das die schwerste Aufgabe des Abends. Mein Vorhaben, die dreieinhalb Stunden gut zu planen, verwerfe ich schnell wieder und lasse mich einfach treiben.

Die Akrobaten aus Spanien hängen an einer Stange, als ob es keine Schwerkraft gäbe, Eis-Ali möchte den Zuschauern ein Eis geben, was nicht so einfach ist, die Black Blues Brothers zeigen, wie gut gebaut sie sind, der Bauchredner Sascha Grammel spricht mit Josie, die Gänsekappelle zieht umbeirrt ihre Kreise. Sie und alle anderen machen den Abend bunt und unterhaltsam. Ziemlich in der Mitte des Gartens bietet ein orientalisches Café Tee, Kaffee und die süßesten Süßigkeiten nördlich von Marokko. Die Stühle sind rasch besetzt, aber auch hier kann man es sich auf Decken gemütlich machen.

Die Sonne sinkt und taucht die ganze Szenerie in ein wunderbar goldenes Licht. Es ist immer noch warm und wird romantisch –  also noch romantischer. Es dämmert und auf den Becken der Wasserspiele beginnen Bälle und kunstvolle Rosetten zu leuchten. Die letzten Aufführungen sind vorbei, die Künstler räumen ihre Sachen zusammen und die Besucher drängen sich in die Mitte des Gartens hinter die Absperrung., um sich dort auf Klappstühle zu setzen, auf die Decken zu legen oder einfach stehenzubleiben. Es ist viertel nach zehn, die Musik wird aufgedreht und passend dazu malt ein Feuerwerk Sterne und Muster in den Sommerhimmel – für mich ein unvergesslicher Abend, der viel zu schade ist, um schon nach Hause zu gehen.

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