Die alte Stadt und das Meer

Juni 2016

Marseille wurde schon etwa 600 Jahre v. Chr. von seefahrenden Griechen gegründet. Mehr als 2600 Jahre später, nämlich 2013, darf sie sich Kulturhauptstadt nennen. Die Einwohner konnten es nicht fassen und fragten sich, wo es denn in Marseille Kultur gäbe.

Für mich ist es ein Grund, hinzufahren und mir die Stadtentwicklung anzusehen. Ich treffe mich mit Brigitte, einer der Marseille Greeter. Wir machen einen langen Spaziergang und sie erzählt mir vieles über die Stadt. Greeter gibt es inzwischen in vielen Städten weltweit, aber ich glaube, die Franzosen haben es erfunden. Greeter sind Freiwillige, die den Besuchern ihre Stadt zeigen. So ein Spaziergang ist kostenlos, aber Spenden werden gern gesehen. Also, auf geht’s!

Le Panier

Enge Gassen, kleine Geschäfte, viele Blumenkübel – Le Panier ist das älteste Viertel von Marseille

Dann ist da noch … Saladin

So viele Gewürze habe ich noch nie auf einmal gesehen. Als ich den ziemlich unscheinbaren Laden in einer wuseligen, engen Straße betrete, kommen Erinnerungen an die Gewürze Indiens hoch. Ein Schritt weiter und meine Nase glaubt, im Orient zu sein. Ich entscheide mich für gemahlenen Cumin. Hundert Gramm kosten ganze 1,50. Der Cumin ist so frisch, dass meine Tasche noch tagelang danach riecht, obwohl das Gewürz doppelt verpackt ist

MuCEM

Das MuCEM (Musée des Civilisations de l’Europe et de la Méditerrané) ist quasi ein Geschenk der Vereinigten Staaten von Europa an Marseille, denn es wurde mit Hilfe von europäischen Fördergeldern gebaut und 2013 eröffnet. Nicht nur die Fassade finde ich spektakulär, auch innen hat das MuCEM etwas zu bieten: Picasso ist gerade hier. Wie schön, dass wir uns hier treffen! Die Ausstellung zeigt, dass er im Umgang mit vielen Materialien ein Genie war.

Les Docks

Les Docks – das waren früher viele Lagerhäuser für alles, was mit den Schiffen transportiert wurde. Seit ganz kurzem ist daraus ein Einkaufszentrum mit Restaurants geworden. Alles ziemlich schick und ziemlich neu. Freitags kann man hier auch Salsa tanzen – schade, dass ich dann nicht mehr da bin.

Place de la Joliette

Auch Place de la Joliette ist ein Verkehrsknotenpunkt. Von dort sind es nur wenige Schritte zu Les Docks, Les Terrasses du Port und dem Museum FRAC.
Les Terrasses du Port – naja, es ist ein Einkaufszentrum, wie es sie zuhauf gibt. Einzigartig wird es durch die Dachterrasse. Schiffe ziehen an mir vorbei, während ich ein kurzes Sonnenbad nehme.
Im FRAC wird auch moderne Kunst ausgestellt. Leider habe ich es nicht mehr geschafft, durch die Ausstellungen zu gehen.

Vieux Port

Der Alte Hafen ist unbestritten DAS Zentrum von Marseille, deshalb haben auch Bus, U-Bahn, Straßenbahn ihre Haltestellen hier. Stündlich legen hier die Navettes ab, die mich sowohl in Richtung Süden zu den Calanques als auch in Richtung Norden zu l’Estaque bringen. Die Fahrt dauert jeweils eine halbe Stunde. Für fünf Euro bekomme ich eine ruhige Fahrt zu den wunderschönen Calanques oder einen richtig wilden Ritt auf den Wellen nach l’Estaque.

Notre Dame de la Garde

Von ganz oben blickt Notre Dame de la Garde auf Marseille und mit ihr blicken Hunderte von Touristen. Die Kirche interessiert die wenigsten, es geht hauptsächlich um die Aussicht. Ehrlich gesagt, mache ich es genau so. Dabei hätte sie eigentlich mehr Beachtung verdient.

Les Calanques

Kaum zu glauben, dass dieses schöne Fleckchen Erde nur eine halbe Stunde von Marseilles Zentrum entfernt liegt. Mit festen Schuhen hätte es mir noch mehr Spaß gemacht, hier herumzuklettern. Ebenso schön ist es, sich einfach hinzusetzen, auf das tiefblaue Meer zu schauen und sich von der Sonne bescheinen zu lassen.
Wie kommt man dort hin? Zu jeder vollen Stunde legt ein Boot Richtung Point Rouge ab. Dann mit dem Bus 19 weiter bis zur Endstation. Dort auf den Bus 20 warten und ebenfalls bis zur Endstation Les Goudes. Das klingt viel komplizierter als es ist.

Marseille in bewegten Bildern

Merci beaucoup an Susanne Zürn-Seiler vom Comité Régional de Tourisme Provence-Alpes-Côte d’Azur für die Unterstützung!

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