Schlemmen und entspannen in Kärnten

April 2016

Schlemmen und entspannen in Kärnten

Zum Empfang ein Gläschen Prosecco, ein schöner Auftakt für drei Tage Entspannung. Das wirklich Spezielle daran ist der hauseigene Lavendelsirup, der mich sofort an einen wunderbaren Urlaub in der Provence denken lässt. Aber jetzt die Augen wieder aufgemacht, denn ich bin mitten in Kärnten, und zwar mal wieder in einem Biohotel. Nachdem ich letzten Oktober nahe Barcelona das erste Mal Bekanntschaft mit einem Biohotel gemacht hatte, wollte ich unbedingt eine Wiederholung. Eh voilà! Im Gegensatz zum frisch eröffneten Mas Salagros ist „der Daberer“ schon sehr lange etabliert. Seit 38 Jahren hat sich die Besitzerfamilie dem Bio-Gedanken verschrieben.

Nur ein paar Schritte von der Rezeption  entfernt liegt der Silbensalon. Eine Wand voller Bücher vom Bildband bis zum Kinderbuch mit kuscheligen Leseplätzen. Ich fühle mich ein bisschen wie im Wohnzimmer von Freunden. Der Kamin feuert auf kleiner Flamme vor sich hin und  schafft Atmosphäre. Für das richtige Aufheizen von Luft und Wasser sind, wie es sich für ein Biohotel gehört, eine Photovoltaikanlage und eine Pelletheizung, regenerative Energien also, zuständig.

Der kürzeste Weg vom Silbensalon zu meinem Zimmer führt durch das Restaurant. Es besteht eigentlich aus drei Räumen, die jedoch zu einem verschmelzen. Mir gefällt diese Architektur: große Durchbrüche unterteilen und verbinden zugleich. Hier im Restaurant bekomme ich einen Tisch zugewiesen, an dem  ich während des ganzen Aufenthalts meine Mahlzeiten einnehmen werde. Familien mit kleinen Kindern haben einen eigenen Bereich. Das ist für die Kinder, Eltern und die restlichen Gäste gleichermaßen entspannend.

Nur aus einem einzigen Grund bin ich froh, dass ich nicht länger als drei Tage hier bleibe: mir würden sonst die Hosen nicht mehr passen, am letzten Tag wird es ohnehin schwierig, den obersten Knopf zuzumachen. Eigentlich bin ich eine schlichte Frühstückerin, aber hier finde ich es unmöglich, mich auf ein Brötchen mit Butter zu beschränken. Verschiedene Käse aus der Region, die selbst gemachte Marillenmarmelade der Seniorchefin, diverse Sorten von Körnern und Nüssen, Honig mit eingebauten Waben, grüner Smoothie – den wollte ich immer schon mal probieren. In der Obstecke gibt es Maracuja, die ich erst kürzlich als frische Frucht für mich entdeckt habe. Auch die Fleischfraktion kommt auf ihre Kosten, aber am Aufschnitt gehe ich ganz locker vorbei. Angesichts des Abendmenüs beschließe ich, nicht zu übertreiben. Wie ärgerlich, wenn ich einen der mindestens sechs Gänge aus Platzmangel im Magen streichen müsste. Das Salatbüffet bildet den Auftakt des Dinners. Aber Vorsicht, ein grober taktischer Fehler wäre es, gleich jetzt den Teller vollzuladen.  Besser nur einen kleinen Löffel voll von drei oder vier Sorten. Man muss Prioritäten setzen.  Hier sind meine Highlights aus drei Tage Schlemmerei:  als Vorspeise habe ich die Blätterteigpastetchen mit Pilzragout und Senfsalaten auf Platz eins gewählt. Bei den Suppen hat die grün-weiße Petersiliencremesuppe das Rennen gemacht. Meine liebstes Zwischengericht: pochiertes Forellenfilet mit weißen Gailtaler Landmais, Kohlrabistreifen und Kresse. Dieser Mais kommt als Popcorn daher und ist zusammen mit Fisch ein ganz neues Geschmackserlebnis. Als vegetarisches Hauptgericht haben die Buchweizennockerl mit Bärlauch, Karotte und Pinienkernen gewonnen. Zum krönenden Abschluss: warmer Schokoladenkuchen mit flüssigem Kern, eingekochten Weichseln (jenseits der Alpen wären es Kirschen gewesen) und Mandelmilch. Normalerweise kommt ja zuerst der „Gruß aus der Küche“, aber an dieser Stelle schicke ich mal einen Gruß in die Küche an den erst 28-jährigen Chefkoch und sein Team: ihr hobts echt guat g’moacht!

Sehr interessant finde ich, dass das Hotel seinen gesamten Wasserbedarf aus einer eigenen Quelle bezieht. Im Büffetbereich kommt ein Wasserhahn in Brusthöhe aus der Wand, wo man seine Karaffe auffüllt.

Meine Alpensuite ist geräumig und duftet wunderbar unaufdringlich nach Holz. Direkt vom Bett aus habe ich einen Panoramablick auf die Berge mit dem Kirchturm davor. Ganz idyllisch und Fern-Sehen mal anders. Eine Milchglasscheibe trennt das Bad vom Zimmer, so dass tagsüber auch ohne direktes Fenster genug Licht hineinfällt. Über die Fußbodenheizung freuen sich meine Füße. Die Toilette ist separat, das finde ich eine gute Idee. Hier könnte ich es ohne Weiteres noch länger als drei Tage aushalten.

Halb vier, es ist Zeit für Yoga. Höchste Zeit sogar, denn ich erwische gerade noch die vorletzte Matte. Omm. Zuerst in den Bauch atmen, dann in den Brustkorb, ausatmen umgekehrt. Es folgen der Sonnengruß mit dem Pfau, den ich als „Hund“ kenne und andere Asanas. Meine Yogakenntnisse beschränken sich auf die Grundlagen, aber ich komme ganz gut mit. Ich bin so mit Atmen und Dehnen beschäftigt, dass mir die 60 Minuten wie höchstens eine halbe Stunde vorkommen. Noch drei Mal Omm und schon ist es leider wieder vorbei. Ich könnte mich noch weiter im Kraftraum austoben, aber dazu bin ich jetzt zu entspannt. Durch die komplett verglaste Längsseite des Yogaraums fällt mein Blick auf die Blockhaussauna mit dem Tauchbecken. Oder vielleicht lieber ins Schwimmbad? Mache ich morgen.

Es gibt ja noch den Schwimmteich, der etwas oberhalb des Hotels liegt und ebenfalls von der Quelle gespeist wird. Als bekennender Warmduscher würde ich höchstens im Juli oder August hineinspringen, aber es ist auch ein schöner Ort, um einfach nur am Ufer zu stehen und die Reflexionen der Märzsonne im Wasser zu beobachten, die den Teich leuchtend grün erscheinen lassen, fast ein bisschen unwirklich.

Ganz in der Nähe schwimmen kleine, mittlere und große Fische in den drei Becken der hoteleigenen Forellenzucht. Gern möchte ich ihnen zurufen: „Ihr habt Glück, dass ihr so viele kleine Gräten habt, sonst würde ich noch viel mehr von euch essen.“ Seit mir vor Jahren, und dann auch noch an meinem Geburstag, eine Gräte im Hals stecken geblieben ist, habe ich ein gespaltenes Verhältnis zu Forellen.

Beim Daberer merkt man, dass viel Herzblut im Hotel steckt. Der alpenländische Stil ist klar erkennbar, aber weder plüschig noch schnörkelig, sondern einer modernen Linie folgend. So mag ich das. Nach meinem Geschmack sollte ein Hotel seinen Standort widerspiegeln und das ist hier gut gelungen. Welche  Holzarten an welcher Stelle verarbeitet wurden, kann man an einer der Philosophiestationen nachlesen. Die Türschilder und viele andere Dekoelemente bestehen aus Filz, ein Material, das ich unmittelbar mit dem Alpenraum verbinde. In den Gängen sind kleine Nähkästchen verteilt, damit man mal einen Knopf annähen kann, der wegen des guten Essens vom Hosenbund gesprungen ist. Die Wegschilder zum Restaurant, Schwimmbad, Yogaraum sind Eigenkreationen. Im Silbensalon steht ein riesiger Kasten mit einer hinterleuchteten Wanderkarte. All diese Kleinigkeiten tragen dazu bei, dass das Hotelkonzept stimmig ist: familiengeführt, bio und auf einem gehobenen Niveau.

Das Biohotel Daberer hat mich eingeladen.

Zum Empfang ein Gläschen Prosecco, ein schöner Auftakt für drei Tage Entspannung. Das wirklich Spezielle daran ist der hauseigene Lavendelsirup, der mich sofort an einen wunderbaren Urlaub in der Provence denken lässt. Aber jetzt die Augen wieder aufgemacht, denn ich bin mitten in Kärnten, und zwar mal wieder in einem Biohotel. Nachdem ich letzten Oktober nahe Barcelona das erste Mal Bekanntschaft mit einem Biohotel gemacht hatte, wollte ich unbedingt eine Wiederholung. Eh voilà! Im Gegensatz zum frisch eröffneten Mas Salagros ist „der Daberer“ schon sehr lange etabliert. Seit 38 Jahren hat sich die Besitzerfamilie dem Bio-Gedanken verschrieben.

Nur ein paar Schritte von der Rezeption  entfernt liegt der Silbensalon. Eine Wand voller Bücher vom Bildband bis zum Kinderbuch mit kuscheligen Leseplätzen. Ich fühle mich ein bisschen wie im Wohnzimmer von Freunden. Der Kamin feuert auf kleiner Flamme vor sich hin und  schafft Atmosphäre. Für das richtige Aufheizen von Luft und Wasser sind, wie es sich für ein Biohotel gehört, eine Photovoltaikanlage und eine Pelletheizung, regenerative Energien also, zuständig.

Der kürzeste Weg vom Silbensalon zu meinem Zimmer führt durch das Restaurant. Es besteht eigentlich aus drei Räumen, die jedoch zu einem verschmelzen. Mir gefällt diese Architektur: große Durchbrüche unterteilen und verbinden zugleich. Hier im Restaurant bekomme ich einen Tisch zugewiesen, an dem  ich während des ganzen Aufenthalts meine Mahlzeiten einnehmen werde. Familien mit kleinen Kindern haben einen eigenen Bereich. Das ist für die Kinder, Eltern und die restlichen Gäste gleichermaßen entspannend.

Nur aus einem einzigen Grund bin ich froh, dass ich nicht länger als drei Tage hier bleibe: mir würden sonst die Hosen nicht mehr passen, am letzten Tag wird es ohnehin schwierig, den obersten Knopf zuzumachen. Eigentlich bin ich eine schlichte Frühstückerin, aber hier finde ich es unmöglich, mich auf ein Brötchen mit Butter zu beschränken. Verschiedene Käse aus der Region, die selbst gemachte Marillenmarmelade der Seniorchefin, diverse Sorten von Körnern und Nüssen, Honig mit eingebauten Waben, grüner Smoothie – den wollte ich immer schon mal probieren. In der Obstecke gibt es Maracuja, die ich erst kürzlich als frische Frucht für mich entdeckt habe. Auch die Fleischfraktion kommt auf ihre Kosten, aber am Aufschnitt gehe ich ganz locker vorbei. Angesichts des Abendmenüs beschließe ich, nicht zu übertreiben. Wie ärgerlich, wenn ich einen der mindestens sechs Gänge aus Platzmangel im Magen streichen müsste. Das Salatbüffet bildet den Auftakt des Dinners. Aber Vorsicht, ein grober taktischer Fehler wäre es, gleich jetzt den Teller vollzuladen.  Besser nur einen kleinen Löffel voll von drei oder vier Sorten. Man muss Prioritäten setzen.  Hier sind meine Highlights aus drei Tage Schlemmerei:  als Vorspeise habe ich die Blätterteigpastetchen mit Pilzragout und Senfsalaten auf Platz eins gewählt. Bei den Suppen hat die grün-weiße Petersiliencremesuppe das Rennen gemacht. Meine liebstes Zwischengericht: pochiertes Forellenfilet mit weißen Gailtaler Landmais, Kohlrabistreifen und Kresse. Dieser Mais kommt als Popcorn daher und ist zusammen mit Fisch ein ganz neues Geschmackserlebnis. Als vegetarisches Hauptgericht haben die Buchweizennockerl mit Bärlauch, Karotte und Pinienkernen gewonnen. Zum krönenden Abschluss: warmer Schokoladenkuchen mit flüssigem Kern, eingekochten Weichseln (jenseits der Alpen wären es Kirschen gewesen) und Mandelmilch. Normalerweise kommt ja zuerst der „Gruß aus der Küche“, aber an dieser Stelle schicke ich mal einen Gruß in die Küche an den erst 28-jährigen Chefkoch und sein Team: ihr hobts echt guat g’moacht!

Sehr interessant finde ich, dass das Hotel seinen gesamten Wasserbedarf aus einer eigenen Quelle bezieht. Im Büffetbereich kommt ein Wasserhahn in Brusthöhe aus der Wand, wo man seine Karaffe auffüllt.

Meine Alpensuite ist geräumig und duftet wunderbar unaufdringlich nach Holz. Direkt vom Bett aus habe ich einen Panoramablick auf die Berge mit dem Kirchturm davor. Ganz idyllisch und Fern-Sehen mal anders. Eine Milchglasscheibe trennt das Bad vom Zimmer, so dass tagsüber auch ohne direktes Fenster genug Licht hineinfällt. Über die Fußbodenheizung freuen sich meine Füße. Die Toilette ist separat, das finde ich eine gute Idee. Hier könnte ich es ohne Weiteres noch länger als drei Tage aushalten.

Halb vier, es ist Zeit für Yoga. Höchste Zeit sogar, denn ich erwische gerade noch die vorletzte Matte. Omm. Zuerst in den Bauch atmen, dann in den Brustkorb, ausatmen umgekehrt. Es folgen der Sonnengruß mit dem Pfau, den ich als „Hund“ kenne und andere Asanas. Meine Yogakenntnisse beschränken sich auf die Grundlagen, aber ich komme ganz gut mit. Ich bin so mit Atmen und Dehnen beschäftigt, dass mir die 60 Minuten wie höchstens eine halbe Stunde vorkommen. Noch drei Mal Omm und schon ist es leider wieder vorbei. Ich könnte mich noch weiter im Kraftraum austoben, aber dazu bin ich jetzt zu entspannt. Durch die komplett verglaste Längsseite des Yogaraums fällt mein Blick auf die Blockhaussauna mit dem Tauchbecken. Oder vielleicht lieber ins Schwimmbad? Mache ich morgen.

Es gibt ja noch den Schwimmteich, der etwas oberhalb des Hotels liegt und ebenfalls von der Quelle gespeist wird. Als bekennender Warmduscher würde ich höchstens im Juli oder August hineinspringen, aber es ist auch ein schöner Ort, um einfach nur am Ufer zu stehen und die Reflexionen der Märzsonne im Wasser zu beobachten, die den Teich leuchtend grün erscheinen lassen, fast ein bisschen unwirklich.

Ganz in der Nähe schwimmen kleine, mittlere und große Fische in den drei Becken der hoteleigenen Forellenzucht. Gern möchte ich ihnen zurufen: „Ihr habt Glück, dass ihr so viele kleine Gräten habt, sonst würde ich noch viel mehr von euch essen.“ Seit mir vor Jahren, und dann auch noch an meinem Geburstag, eine Gräte im Hals stecken geblieben ist, habe ich ein gespaltenes Verhältnis zu Forellen.

Beim Daberer merkt man, dass viel Herzblut im Hotel steckt. Der alpenländische Stil ist klar erkennbar, aber weder plüschig noch schnörkelig, sondern einer modernen Linie folgend. So mag ich das. Nach meinem Geschmack sollte ein Hotel seinen Standort widerspiegeln und das ist hier gut gelungen. Welche  Holzarten an welcher Stelle verarbeitet wurden, kann man an einer der Philosophiestationen nachlesen. Die Türschilder und viele andere Dekoelemente bestehen aus Filz, ein Material, das ich unmittelbar mit dem Alpenraum verbinde. In den Gängen sind kleine Nähkästchen verteilt, damit man mal einen Knopf annähen kann, der wegen des guten Essens vom Hosenbund gesprungen ist. Die Wegschilder zum Restaurant, Schwimmbad, Yogaraum sind Eigenkreationen. Im Silbensalon steht ein riesiger Kasten mit einer hinterleuchteten Wanderkarte. All diese Kleinigkeiten tragen dazu bei, dass das Hotelkonzept stimmig ist: familiengeführt, bio und auf einem gehobenen Niveau.

Das Biohotel Daberer hat mich eingeladen.

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