Strand und Mee(h)r um Arcachon herum

September 2015

Ein Geheimtipp ist Arcachon wirklich nicht. Schon vor 150 Jahren reisten diejenigen, die es sich leisten konnten, mitsamt Personal hier an und kurierten ihre Tuberkulose an der Seeluft aus. Für die zahlungskräftige Kundschaft und ihr Gefolge wurde die Winterstadt erbaut. Die kleinen und großen Villen, alle mit viel Liebe zum Detail, liegen jedoch nicht direkt am Wasser, sondern über der trubeligen Sommerstadt auf einem Hügel.

Geheimtipp hin oder her – glücklicherweise bin ich kerngesund und auch deshalb bereit, es mit den Touristenmassen aufzunehmen, die mir Freunde angekündigt hatten. Ein französischer Ferienort am Meer mitten im August, „das muss man mögen“, so hieß es. Etwa 10 Monate des Jahres leben hier ungefähr 12.000 Menschen, aber im Sommer schiebt sich ein Vielfaches davon durch die Straßen oder promeniert am Boulevard de la Plage. Dennoch bietet der Strand Platz für alle. Einfach nur daliegen und entspannen, das geht tatsächlich auch im August. Es ist zwar viel los, aber von einer Partymeile mit Ausgeflippten, die maßlos über die Stränge schlagen, ist Arcachon ebenso weit entfernt wie Arenal von einem Ort der Meditation. Mir gefällt der kleine Ort mit seinen architektonisch eigenwilligen Häuschen und Villen, der Ville d`été und der Ville d’hiver.

Als ganz besonderen, ja, einmaligen Bonus bietet die Gegend viel Sand. Und ich meine sehr viel Sand. Die größte Wanderdüne Europas schiebt sich jedes Jahr ein paar Zentimeter in – noch ein Superlativ – Europas größten Kiefernwald. Wohlgemut mache ich mich an den Aufstieg, bin ja einigermaßen trainiert. Oder doch nicht? Da muss ich doch tatsächlich zwei Mal anhalten, „um die Aussicht zu genießen“. Die Düne ist ziemlich steil, aber die Treppe nehmen? Niemals! Ich sollte unbedingt meine Ausdauer verbessern. Oben angekommen, hüpft mein Herz, und zwar nicht nur vor Anstrengung, sondern auch vor Begeisterung. Vor mir ein Meer aus Wasser, links ein Meer aus Sand und wenn ich mich umdrehe, ein grünes Meer aus Baumkronen. Dieses Gefühl der Weite! Das ist mehr, als ich mir ausgemalt hatte. Stundenlang kann ich den Blick und die Gedanken schweifen lassen.

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gleich ...gleich ist es soweit

gleich …gleich ist es soweit

Die Sonne sinkt immer tiefer und das Licht wird golden. Eigentlich wollten wir ein kleines Picknick machen, um zu beobachten, wie der brennende Ball im Meer verschwindet. Aber Häppchen und französischer Rotwein würden die Stimmung nur unwesentlich verbessern. Nachdem die Hauptdarstellerin von der Bühne abgetreten ist, applaudieren außer mir noch ein paar Hundert Zuschauer. Eine Zugabe gibt es trotzdem nicht. Erst in 24 Stunden wieder. Was für ein schöner Abend mit so wenigen, aber großartigen Zutaten!

Wenn man mit dem Boot die Abkürzung über das Bassin d’Arcachon nimmt, ist Cap Ferret nur eine halbe Stunde entfernt. Der Leuchtturm bohrt sich in den knallblauen wolkenlosen Sommerhimmel. Noch bevor ich das Land betrete, fallen mir die Austernzuchten auf. Sehr viele kleine käfigartige Körbe hängen im Wasser. Ich habe noch nie eine Auster gegessen und voraussichtlich wird das auch so bleiben. Sie sind so glibberig und immerhin würde ich in ein noch lebendes Wesen beißen. Da es ziemlich heiß ist, leihe ich mir ein Rad, um zu sehen, was auf der Atlantikseite los ist. Schneller als gedacht, endet der Weg direkt im Sand. Ein schmaler, baumbewurzelter Pfad führt durch die Dünen, deren Sand unter den Füßen brennt. Dann breitet sich vor mir die unendliche Weite aus: der Atlantik, heute ganz mild gestimmt und gesäumt von einem strahlend hellen, breiten, endlosen Sandstreifen. Sonnenanbeter und Wasserratten halten sich in Grenzen. Wissen denn nur so wenige, wie schön es hier ist? Vielleicht liegt es auch daran, dass dieser Strand etwas weiter vom Ort entfernt ist, aber nach Hochsaison sieht es hier nicht aus.

Ganz anders übrigens als an den anderen Stränden südlich von Arcachon. Alle paar Kilometer gibt es Strandzugänge mit großen Parkplätzen, die gut gefüllt sind. Auch auf den Straßen dieser Gegend wird gern einmal gestaut. So ist es eben im August. Für mich ist das aber kein Grund, nicht wieder in den Südwesten Frankreichs zu fahren. Au revoir, wir sehen uns bestimmt wieder!

Ein Geheimtipp ist Arcachon wirklich nicht. Schon vor 150 Jahren reisten diejenigen, die es sich leisten konnten, mitsamt Personal hier an und kurierten ihre Tuberkulose an der Seeluft aus. Für die zahlungskräftige Kundschaft und ihr Gefolge wurde die Winterstadt erbaut. Die kleinen und großen Villen, alle mit viel Liebe zum Detail, liegen jedoch nicht direkt am Wasser, sondern über der trubeligen Sommerstadt auf einem Hügel.

Geheimtipp hin oder her – glücklicherweise bin ich kerngesund und auch deshalb bereit, es mit den Touristenmassen aufzunehmen, die mir Freunde angekündigt hatten. Ein französischer Ferienort am Meer mitten im August, „das muss man mögen“, so hieß es. Etwa 10 Monate des Jahres leben hier ungefähr 12.000 Menschen, aber im Sommer schiebt sich ein Vielfaches davon durch die Straßen oder promeniert am Boulevard de la Plage. Dennoch bietet der Strand Platz für alle. Einfach nur daliegen und entspannen, das geht tatsächlich auch im August. Es ist zwar viel los, aber von einer Partymeile mit Ausgeflippten, die maßlos über die Stränge schlagen, ist Arcachon ebenso weit entfernt wie Arenal von einem Ort der Meditation. Mir gefällt der kleine Ort mit seinen architektonisch eigenwilligen Häuschen und Villen, der Ville d`été und der Ville d’hiver.

Als ganz besonderen, ja, einmaligen Bonus bietet die Gegend viel Sand. Und ich meine sehr viel Sand. Die größte Wanderdüne Europas schiebt sich jedes Jahr ein paar Zentimeter in – noch ein Superlativ – Europas größten Kiefernwald. Wohlgemut mache ich mich an den Aufstieg, bin ja einigermaßen trainiert. Oder doch nicht? Da muss ich doch tatsächlich zwei Mal anhalten, „um die Aussicht zu genießen“. Die Düne ist ziemlich steil, aber die Treppe nehmen? Niemals! Ich sollte unbedingt meine Ausdauer verbessern. Oben angekommen, hüpft mein Herz, und zwar nicht nur vor Anstrengung, sondern auch vor Begeisterung. Vor mir ein Meer aus Wasser, links ein Meer aus Sand und wenn ich mich umdrehe, ein grünes Meer aus Baumkronen. Dieses Gefühl der Weite! Das ist mehr, als ich mir ausgemalt hatte. Stundenlang kann ich den Blick und die Gedanken schweifen lassen.

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gleich ...gleich ist es soweit

gleich …gleich ist es soweit

Die Sonne sinkt immer tiefer und das Licht wird golden. Eigentlich wollten wir ein kleines Picknick machen, um zu beobachten, wie der brennende Ball im Meer verschwindet. Aber Häppchen und französischer Rotwein würden die Stimmung nur unwesentlich verbessern. Nachdem die Hauptdarstellerin von der Bühne abgetreten ist, applaudieren außer mir noch ein paar Hundert Zuschauer. Eine Zugabe gibt es trotzdem nicht. Erst in 24 Stunden wieder. Was für ein schöner Abend mit so wenigen, aber großartigen Zutaten!

Wenn man mit dem Boot die Abkürzung über das Bassin d’Arcachon nimmt, ist Cap Ferret nur eine halbe Stunde entfernt. Der Leuchtturm bohrt sich in den knallblauen wolkenlosen Sommerhimmel. Noch bevor ich das Land betrete, fallen mir die Austernzuchten auf. Sehr viele kleine käfigartige Körbe hängen im Wasser. Ich habe noch nie eine Auster gegessen und voraussichtlich wird das auch so bleiben. Sie sind so glibberig und immerhin würde ich in ein noch lebendes Wesen beißen. Da es ziemlich heiß ist, leihe ich mir ein Rad, um zu sehen, was auf der Atlantikseite los ist. Schneller als gedacht, endet der Weg direkt im Sand. Ein schmaler, baumbewurzelter Pfad führt durch die Dünen, deren Sand unter den Füßen brennt. Dann breitet sich vor mir die unendliche Weite aus: der Atlantik, heute ganz mild gestimmt und gesäumt von einem strahlend hellen, breiten, endlosen Sandstreifen. Sonnenanbeter und Wasserratten halten sich in Grenzen. Wissen denn nur so wenige, wie schön es hier ist? Vielleicht liegt es auch daran, dass dieser Strand etwas weiter vom Ort entfernt ist, aber nach Hochsaison sieht es hier nicht aus.

Ganz anders übrigens als an den anderen Stränden südlich von Arcachon. Alle paar Kilometer gibt es Strandzugänge mit großen Parkplätzen, die gut gefüllt sind. Auch auf den Straßen dieser Gegend wird gern einmal gestaut. So ist es eben im August. Für mich ist das aber kein Grund, nicht wieder in den Südwesten Frankreichs zu fahren. Au revoir, wir sehen uns bestimmt wieder!

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