Kein kalter Kaffee

November 2014

Der morgendliche braune Muntermacher kommt aus der Alu-Tüte oder -Kapsel über den Kaffeeautomaten in die Tasse, um uns dann die Augen zu öffnen. Aber wie kommt der Kaffee in die Verpackung? Um das zu erfahren, fahre ich zu Cafe Britt nahe der costaricanischen Hauptstadt San José.

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Bis der Samen zur früchtetragenden Kaffeepflanze wird, vergehen drei Jahre. Danach trägt sie 25 Jahre lang. Die Kaffeekirschen an einer Pflanze werden nicht gleichzeitig reif und dies verkompliziert die Ernte.

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Deshalb wird der Kaffee von Hand geerntet, und zwar von Dezember bis März. Und so wird man als Kaffeepflücker ausstaffiert:

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In der Kirsche befinden sich zwei Samen, die eigentlichen Kaffeebohnen. Sie halten sich zwölf Monate lang, daher kann man sich mit dem Rösten Zeit lassen. Verschifft werden die ungerösteten Bohnen. Erst im Land des Verzehrs, bei uns also in Hamburg oder Bremen, verarbeitet man sie weiter. Die Rösttemperatur beträgt ca. 200 Grad, wodurch erst das typische Kaffeearoma entsteht.

Wichtig für die Qualität des Kaffees ist eine Höhenlage von 600 bis 1400 Metern, ausreichend Niederschlag und ein fruchtbarer Boden. Bis vor kurzem exportierte Costa Rica den hochwertigsten Kaffee komplett und behielt nur die zweite Wahl im Lande. Dies hat sich nun geändert, worüber sich die Ticos (Wer sind eigentlich die Ticos? Mehr darüber in meinem nächsten Artikel) natürlich freuen. Sie dürfen nun immerhin die Hälfte des besten Kaffees für sich behalten. So viel zum Rohmaterial.

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Wie man in Costa Rica Kaffee fachmännisch aufbrüht, unterscheidet sich so ganz und gar von dem, was ich bis jetzt kannte: gemahlener Kaffee und heißes Wasser, das allerdings nicht mehr kochen darf, bleiben vier Minuten in einer Kanne. Erst danach gibt man das Gebräu durch einen Stofffilter, in eine weitere Kanne und von dort aus in die Tasse. Genauso habe ich das auch später in einem Restaurant gesehen. Zum hundertsten Male bedauere ich, dass ich keinen Kaffee vertrage. Wenigstens kann ich mich am Geruch erfreuen – umwerfend!

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