Rotterdam – vertikale Stadt am Wasser

Juni 2014

Rotterdams Architektur kleckert nicht, sondern klotzt. Aus der am tiefsten gelegenen Stadt der Niederlande ragen die höchsten Häuser. Puppenstubenhäuser wie an Amsterdams Grachten fehlen komplett. Vom Zentrum aus gehe ich über die Eramusbrücke, die zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist.

Erasmusbrücke

Erasmusbrücke

Sie führt direkt zu einer ehemaligen Hafeninsel, Kop de Zuid. Das ehemals heruntergekommene Viertel wird gerade mit großem Erfolg wiederbelebt. Einige Lagerschuppen stehen noch und warten darauf, dass ihnen neues Leben eingehaucht wird. Ganz neu, nämlich erst Anfang 2014 fertig gestellt, ist „De Rotterdam“, das als höchstes Gebäude der Niederlande 150 Meter in den Himmel ragt. Wie aufeinander gestapelte Schiffscontainer erinnert es an die vorherige Nutzung dieses Gebiets. Einer der international bekanntesten Architekten, Rem Kohlhaas, hat das Hochhaus für seine Heimatstadt entworfen.

De Rotterdam

De Rotterdam

Noch ist es längst nicht vollständig gefüllt, auf der rechten Seite hat sich allerdings schon das schicke nhow-Hotel bis zur 23. Etage einquartiert. Genau hier verbringe ich zwei Nächte. Nächte, die mich kaum schlafen lassen, denn der Ausblick vom Bett auf die Maas und die Stadt ist phänomenal. Schön bei strahlendem Sonnenschein und noch schöner in der Dämmerung und bei Nacht, wenn die Lichter der Stadt angehen.

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Direkt an der Südspitze wird es ein wenig nostalgisch: das ehemalige Hauptgebäude der Holland-Amerika-Lijn ist nun ein schickes Hotel mit einem guten Restaurant. Das Interieur erinnert an die Zeiten, als hier die Auswanderer übernachtet haben, bevor sie die große Reise über den Atlantik antraten.

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Auch heute noch besteigen Passagiere Schiffe, um nach New York überzusetzen. Mit ziemlich viel Tamtam und einem Shantychor werden sie verabschiedet.

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Ein weiteres Schiff, die SS Rotterdam, hat für immer am Kai festgemacht. Mir schwirrt jetzt langsam der Kopf von all diesen Dingen, die „Rotterdam“ heißen. Weiterhin bin ich verwirrt von den vielen Decks auf diesem ehemaligen Kreuzfahrtschiff, das heute als Hotel  dient und auch ein bisschen ein Museum ist. Es mag daran liegen, dass ich eher eine Landratte bin. 1959 wurde die SS Rotterdam in Dienst gestellt. Ballsaal, Raucherlounge, Kino, Bibliothek, das, was man früher „Diskothek“ nannte sowie ein Sportdeck sorgten für die angemessene Unterhaltung der Passagiere.

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Am Arbeitsplatz des Kapitäns wird der technische Fortschritt deutlich, von der klassischen Kartennavigation, Morsegerät bis hin zu einem veritablen Computer aus dem Jahr 1980, der jedoch mangels mitgeliefertem Passswort niemals eingesetzt wurde.

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Zurück von den schwankenden Planken auf den sicheren Boden. Ich möchte noch mehr Architektur sehen – und davon gibt es hier mehr als genug.

 

Gar nicht weit entfernt befinden sich auf der Spitze stehende Würfelhäuser. Leider komme ich zu spät, um sie noch von innen zu besichtigen. Die Einrichtung dieser Wohnungen erfordert sicher viel Kreativität und noch mehr Maßanfertigung.

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Die Niederlande ist das am dichtesten besiedelte Land der Welt und das bringt die Bewohner schon mal auf neue Ideen. Zum Beispiel, einen Garten auf dem Dach eines Bürogebäudes anzulegen. In der obersten Etage ist gerade eine private Party in vollem Gange und trotzdem werde ich freundlich empfangen, um das üppig wachsende Gemüse und die wunderbare Aussicht von hier oben zu bestaunen.

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Immer wieder an diesem heißen Juni-Wochenende sehe ich Menschen auf Klappstühlen auf dem Gehsteig sitzen; einige lesen, andere grillen. Die Knappheit des Raumes verführt zur Lebensweise wie am Mittelmeer.

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Bis zu meinem Besuch habe ich Rotterdam für eine eher triste, graue  Hafen- und Industriestadt gehalten. Stattdessen habe ich eine aufgeräumte, sehr moderne und lebendige Stadt mit freundlichen Menschen vorgefunden. Reisen sind ja dazu da, um Vorurteile zu revidieren. Und was soll ich sagen … ich würde glatt nochmal hinfahren.

 

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Meine Tipps

Eine Fahrt mit dem schwarz-gelben Wassertaxi. Am Ufer der Maas gibt es eine Reihe von Anlegestellen. Je nach Temperament des Taxikapitäns kann es eine wilde, spaßige Fahrt werden, bei der man auf den hinteren Plätzen im Freien auch mal nass werden kann.

Eine Nacht lang im nhow-Hotel die unglaubliche Aussicht aus den bodentiefen Fenstern genießen. Hierzu muss ein Sunset-Zimmer gebucht werden, denn die Sunrise-Zimmer gehen zur Hafenseite raus.

Zomer Zondagen: Im Juni ist an jedem Sonntag eine Menge los im Park am Euromast. Musiker verschiedenster Richtungen lassen die Rotterdamer ausgelassen auf dem Rasen tanzen. Umsonst und draußen verbringt man hier einen luftig-leichten Nachmittag.

Rotterdams Architektur kleckert nicht, sondern klotzt. Aus der am tiefsten gelegenen Stadt der Niederlande ragen die höchsten Häuser. Puppenstubenhäuser wie an Amsterdams Grachten fehlen komplett. Vom Zentrum aus gehe ich über die Eramusbrücke, die zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist.

Erasmusbrücke

Erasmusbrücke

Sie führt direkt zu einer ehemaligen Hafeninsel, Kop de Zuid. Das ehemals heruntergekommene Viertel wird gerade mit großem Erfolg wiederbelebt. Einige Lagerschuppen stehen noch und warten darauf, dass ihnen neues Leben eingehaucht wird. Ganz neu, nämlich erst Anfang 2014 fertig gestellt, ist „De Rotterdam“, das als höchstes Gebäude der Niederlande 150 Meter in den Himmel ragt. Wie aufeinander gestapelte Schiffscontainer erinnert es an die vorherige Nutzung dieses Gebiets. Einer der international bekanntesten Architekten, Rem Kohlhaas, hat das Hochhaus für seine Heimatstadt entworfen.

De Rotterdam

De Rotterdam

Noch ist es längst nicht vollständig gefüllt, auf der rechten Seite hat sich allerdings schon das schicke nhow-Hotel bis zur 23. Etage einquartiert. Genau hier verbringe ich zwei Nächte. Nächte, die mich kaum schlafen lassen, denn der Ausblick vom Bett auf die Maas und die Stadt ist phänomenal. Schön bei strahlendem Sonnenschein und noch schöner in der Dämmerung und bei Nacht, wenn die Lichter der Stadt angehen.

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Direkt an der Südspitze wird es ein wenig nostalgisch: das ehemalige Hauptgebäude der Holland-Amerika-Lijn ist nun ein schickes Hotel mit einem guten Restaurant. Das Interieur erinnert an die Zeiten, als hier die Auswanderer übernachtet haben, bevor sie die große Reise über den Atlantik antraten.

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Auch heute noch besteigen Passagiere Schiffe, um nach New York überzusetzen. Mit ziemlich viel Tamtam und einem Shantychor werden sie verabschiedet.

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Ein weiteres Schiff, die SS Rotterdam, hat für immer am Kai festgemacht. Mir schwirrt jetzt langsam der Kopf von all diesen Dingen, die „Rotterdam“ heißen. Weiterhin bin ich verwirrt von den vielen Decks auf diesem ehemaligen Kreuzfahrtschiff, das heute als Hotel  dient und auch ein bisschen ein Museum ist. Es mag daran liegen, dass ich eher eine Landratte bin. 1959 wurde die SS Rotterdam in Dienst gestellt. Ballsaal, Raucherlounge, Kino, Bibliothek, das, was man früher „Diskothek“ nannte sowie ein Sportdeck sorgten für die angemessene Unterhaltung der Passagiere.

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Am Arbeitsplatz des Kapitäns wird der technische Fortschritt deutlich, von der klassischen Kartennavigation, Morsegerät bis hin zu einem veritablen Computer aus dem Jahr 1980, der jedoch mangels mitgeliefertem Passswort niemals eingesetzt wurde.

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Zurück von den schwankenden Planken auf den sicheren Boden. Ich möchte noch mehr Architektur sehen – und davon gibt es hier mehr als genug.

 

Gar nicht weit entfernt befinden sich auf der Spitze stehende Würfelhäuser. Leider komme ich zu spät, um sie noch von innen zu besichtigen. Die Einrichtung dieser Wohnungen erfordert sicher viel Kreativität und noch mehr Maßanfertigung.

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Die Niederlande ist das am dichtesten besiedelte Land der Welt und das bringt die Bewohner schon mal auf neue Ideen. Zum Beispiel, einen Garten auf dem Dach eines Bürogebäudes anzulegen. In der obersten Etage ist gerade eine private Party in vollem Gange und trotzdem werde ich freundlich empfangen, um das üppig wachsende Gemüse und die wunderbare Aussicht von hier oben zu bestaunen.

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Immer wieder an diesem heißen Juni-Wochenende sehe ich Menschen auf Klappstühlen auf dem Gehsteig sitzen; einige lesen, andere grillen. Die Knappheit des Raumes verführt zur Lebensweise wie am Mittelmeer.

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Bis zu meinem Besuch habe ich Rotterdam für eine eher triste, graue  Hafen- und Industriestadt gehalten. Stattdessen habe ich eine aufgeräumte, sehr moderne und lebendige Stadt mit freundlichen Menschen vorgefunden. Reisen sind ja dazu da, um Vorurteile zu revidieren. Und was soll ich sagen … ich würde glatt nochmal hinfahren.

 

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