Townships – ein Ort für Touristen?

Januar 2012

Townships sind Teil der südafrikanischen Realität und ich habe mich auf den Weg gemacht, um die Realität in anderen Ländern mit eigenen Augen zu sehen. Andrerseits: ich werde werde auf Armut und Elend treffen und in der Rolle einer kamerabehängten Touristin aus einem wohlhabenden Land würde ich mich bestimmt nicht wohl fühlen. Ich bin hin- und hergerissen und buche mit gemischten Gefühlen dann doch eine  Township-Tour. Die Kamera habe ich mitgenommen, bin mir aber nicht sicher, ob ich sie benutzen sollte.

Penny und Ella holen mich mit ihrem VW-Bus ab. Außer mir ist nur noch ein Paar aus Frankreich dabei.  Auf dem Weg in das Township gibt Ella einen kurzen Abriss der Geschichte der Apartheid. Obwohl sie das alles so sachlich erzählt, als würde sie ein Kuchenrezept weiter geben, bewegt mich dies sehr. Zunächst schauen wir uns eine Schule an, die von einem Zaun mit Stacheldraht obendrauf umgeben ist.  Auch innerhalb des Townships gibt es Kriminalität. Neben dem normalen Unterricht ist auch AIDS ein Thema, über das gesprochen wird. Die Kinder haben verschiedene Plakate hierzu gestaltet. Der Unterricht ist schon zu Ende und es sind nur noch wenige Kinder da. Sie interessieren sich sehr für meine Kamera und wollen auch mal durch den Sucher schauen. Ich hänge sie einem etwa Achtjährigen um und mit großem Spaß knipst er jetzt seine Freunde.


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Ella und Penny führen die Touristen durch das Township, um mit dem verdienten Geld Kinder zu unterstützen. Sie haben ein „Safe Home“ für Kinder gegründet, die misshandelt oder von den Eltern vernachlässigt wurden. Jedes Kind kennt die beiden. Sobald sich der Bus nähert, kommen sie angelaufen und erhalten jeder ein Bonbon und die Aufforderung, jeden Tag zur Schule zu gehen.  Ella und Penny sind bestens informiert über die Geschichte jedes Kindes, denn auch Ella wohnt im Township. Sie lädt uns zu sich nach Hause ein.  Dort erzählt sie ihren Lebensweg. Auf dem Land aufgewachsen, muss sie jeden Tag sieben Kilometer hin und sieben Kilometer zurück zu Fuß gehen, um zur Schule zu kommen. Nach dem plötzlichen Tod der Mutter bricht sie ihre Schulausbildung ab, um auf der Farm zu arbeiten. Den Schulabschluss holt sie dann mit 25 nach, fängt als Tellerwäscherin an und arbeitet sich so lange hoch, bis sie einen gut bezahlten Bürojob hat. In der Kirchengemeinde freundet sie sich mit Penny an und die beiden gründen ihr gemeinnütziges Unternehmen. Diese Frauen strahlen viel Wärme aus und besonders Ella steckt voller Lebensfreude.

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In einigen Teilen des Townships gibt es kein fließendes Wasser, sondern nur eine Wasserstelle, an der man seinen Kanister füllen kann. Und wo es kein fließendes Wasser gibt, gibt es natürlich auch keine Toiletten, sondern nur Löcher in der Erde. Wieder stellt sich mir die Frage, warum ich zufällig im reichen Deutschland geboren bin und andere in diesen toilettenlosen Bretterverschlägen.

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Enkosi (Danke) Ella,  für diese Tour und die Offenheit! Mit so viel Eigeninitiative und Herzlichkeit bist du ein großes Vorbild! Und mit deiner natürlichen Art hast du dafür gesorgt, dass sich meine Unsicherheit in dieser sehr ungewohnten Situation gelegt hat. Schon allein für diesen Nachmittag hat sich die Reise gelohnt.

Townships sind Teil der südafrikanischen Realität und ich habe mich auf den Weg gemacht, um die Realität in anderen Ländern mit eigenen Augen zu sehen. Andrerseits: ich werde werde auf Armut und Elend treffen und in der Rolle einer kamerabehängten Touristin aus einem wohlhabenden Land würde ich mich bestimmt nicht wohl fühlen. Ich bin hin- und hergerissen und buche mit gemischten Gefühlen dann doch eine  Township-Tour. Die Kamera habe ich mitgenommen, bin mir aber nicht sicher, ob ich sie benutzen sollte.

Penny und Ella holen mich mit ihrem VW-Bus ab. Außer mir ist nur noch ein Paar aus Frankreich dabei.  Auf dem Weg in das Township gibt Ella einen kurzen Abriss der Geschichte der Apartheid. Obwohl sie das alles so sachlich erzählt, als würde sie ein Kuchenrezept weiter geben, bewegt mich dies sehr. Zunächst schauen wir uns eine Schule an, die von einem Zaun mit Stacheldraht obendrauf umgeben ist.  Auch innerhalb des Townships gibt es Kriminalität. Neben dem normalen Unterricht ist auch AIDS ein Thema, über das gesprochen wird. Die Kinder haben verschiedene Plakate hierzu gestaltet. Der Unterricht ist schon zu Ende und es sind nur noch wenige Kinder da. Sie interessieren sich sehr für meine Kamera und wollen auch mal durch den Sucher schauen. Ich hänge sie einem etwa Achtjährigen um und mit großem Spaß knipst er jetzt seine Freunde.


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Ella und Penny führen die Touristen durch das Township, um mit dem verdienten Geld Kinder zu unterstützen. Sie haben ein „Safe Home“ für Kinder gegründet, die misshandelt oder von den Eltern vernachlässigt wurden. Jedes Kind kennt die beiden. Sobald sich der Bus nähert, kommen sie angelaufen und erhalten jeder ein Bonbon und die Aufforderung, jeden Tag zur Schule zu gehen.  Ella und Penny sind bestens informiert über die Geschichte jedes Kindes, denn auch Ella wohnt im Township. Sie lädt uns zu sich nach Hause ein.  Dort erzählt sie ihren Lebensweg. Auf dem Land aufgewachsen, muss sie jeden Tag sieben Kilometer hin und sieben Kilometer zurück zu Fuß gehen, um zur Schule zu kommen. Nach dem plötzlichen Tod der Mutter bricht sie ihre Schulausbildung ab, um auf der Farm zu arbeiten. Den Schulabschluss holt sie dann mit 25 nach, fängt als Tellerwäscherin an und arbeitet sich so lange hoch, bis sie einen gut bezahlten Bürojob hat. In der Kirchengemeinde freundet sie sich mit Penny an und die beiden gründen ihr gemeinnütziges Unternehmen. Diese Frauen strahlen viel Wärme aus und besonders Ella steckt voller Lebensfreude.

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In einigen Teilen des Townships gibt es kein fließendes Wasser, sondern nur eine Wasserstelle, an der man seinen Kanister füllen kann. Und wo es kein fließendes Wasser gibt, gibt es natürlich auch keine Toiletten, sondern nur Löcher in der Erde. Wieder stellt sich mir die Frage, warum ich zufällig im reichen Deutschland geboren bin und andere in diesen toilettenlosen Bretterverschlägen.

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Enkosi (Danke) Ella,  für diese Tour und die Offenheit! Mit so viel Eigeninitiative und Herzlichkeit bist du ein großes Vorbild! Und mit deiner natürlichen Art hast du dafür gesorgt, dass sich meine Unsicherheit in dieser sehr ungewohnten Situation gelegt hat. Schon allein für diesen Nachmittag hat sich die Reise gelohnt.

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